Sonnenuntergang über Poppy Field

Die Philippi-Methode hat mir nach der Diagnose Krebs die schwere Zeit deutlich erleichtert. 

Jeden Tag ein bisschen mehr

Wenn ich anderen ehemals Krebskranken begegne, bekomme ich manchmal mit: Die Angst vor einem Rezidiv raubt vielen noch lange die Kraft und die Lebensfreude. Auch mir hat die Diagnose im März 2016 zu schaffen gemacht. Ein Rektumskarzinom, Tumorklassifikation 3b, 9 von 27 anliegenden Lymphknoten befallen. 


Was war ich dankbar, durch die Bioenergetische Meditation zuvor die über zehn Jahre Praxis im Gesunden Denken gehabt zu haben! Damit fiel es mir vergleichsweise leicht, mich in dieser Situation zurechtzufinden. Mehrere Ärzte fragten mich ob meiner nicht gerade leichten Diagnose und dabei anscheinend zuversichtlichen Ausstrahlung mit Erstaunen: „Sagen Sie mal, WAS machen Sie eigentlich beruflich??“ 

Ich begab mich in das schulmedizinische Programm mit großer Darm-OP, einem halben Jahr Chemo und neun Monaten vorübergehendem künstlichem Darmausgang. Ich kann wirklich bestätigen, dass Dankbarkeit Schmerzen lindert. Wann immer ich durch die Dankbarkeit in einen Zustand größerer Gelassenheit und Ruhe fand, wurden die Schmerzen nach der großen Bauch-OP weniger. Der künstliche Darmausgang – nun, zunächst war mir speiübel, als ich das Ding auf meinem Bauch sah, doch ich lernte bald, damit umzugehen. Ich war froh, dass mir etwas handwerkliches Geschick in die Wiege gelegt worden war und ich über einige Erfahrung im Wickeln von Kindern verfügte. Das kam mir zugute, und mit der Aussicht auf die Rückverlegung konnte ich mich immer noch zusätzlich gut motivieren. 

Das halbe Jahr Chemo war durchsetzt von vielen Ängsten. Doch mit jeder Biomeditation entwickelte ich neue Gelassenheit und Zuversicht und als Nebeneffekt entgiftete auch mein Körper. Nach der ersten Chemogabe war ich ein Elend, sowohl mental als auch körperlich. Ich fühlte mich vergiftet und gab mir selbst die Schuld dafür. Zum Glück besuchte mich eine Kollegin und gab mir eine Biomeditationssitzung. Danach kochte ich am Abend fröhlich und voll im Flow einen riesigen Topf Hühnersuppe, den meine Familie und ich die nächsten Tage genossen. Es ging mir erstaunlich gut: nichts zu spüren von Mattheit, Übelkeit durch Essensgerüche oder Appetitlosigkeit. 

Mit Dankbarkeit Panikattacke gemeistert

Während der nächsten Chemogabe fand ich mich nach Atem schnappend auf dem Fußboden wieder: Ich hatte eine Panikattacke. Wie wohltuend es war, soviel Boden mit meinem Körper zu berühren, obwohl alles kribbelte und ich nach Luft rang. Selten habe ich meine Verbindung mit der Erde so intensiv und auch wohltuend wahrgenommen wie in jenem Moment. In meinem Kopf kreisten nur die Gedanken: „Gott sei Dank so und nicht schlimmer“ und ich fühlte ganz tief in mir: „Alles wird gut.“ Kurz danach ließen die intensiven Empfindungen nach und ich konnte wieder aufstehen. 

Wer sich mit Panikattacken etwas auskennt, weiß, dass einen sehr lange danach noch die Angst vor der Angst begleiten kann. Die lernte ich nun gut kennen. Jedes Mal stieg bei der Erinnerung an die Panikattacke wieder dieses Kribbeln in mir hoch, während die Atmung unwillkürlich kürzer wurde – so als ob die nächste Attacke kurz bevorstünde. Doch jedes Mal konnte ich zum Glück mit „Gott sei Dank so und nicht schlimmer“ einhaken. Dazu bewirkten die täglichen Meditationen, dass diese Empfindung stetig schwächer wurde und schließlich nach nur ca. zehn Tagen verschwand.

Ich betrachte es als großes Geschenk, dass ich diesen schweren Weg auf so leichte Weise gehen durfte: mit all den schul- und komplementärmedizinischen Möglichkeiten hier und heute einerseits und dem „Philippi-Plus“ andererseits, das mich ganz persönlich rettete: Tag für Tag baute ich mich systematisch mit dem Gesunden Denken auf, lernte auch, um Unterstützung zu bitten, genoss Biomeditationen und fand damit immer wieder in meine eigene innere Stärke. So bin ich gesund geworden. 


Frieden inmitten von Krisen


Wie mein Mann mit mir diese schwere Zeit durchgestanden hat, berührt mich immer noch sehr und ich vermag kaum in Worte zu fassen, was mir das bedeutet. Von Herzen dankbar bin ich auch für die Begleitung von Viktor Philippi und all den anderen vielen wunderbaren Biosenskollegen, die mir voller Herzenswärme und Tatkraft zur Seite standen. 


Als Folge meiner intensiven Vergebungsarbeit mit meinem Vater in jener Zeit hat sich die Beziehung mit ihm fundamental verändert. Kurioserweise hat mich das zunächst überrascht, weil ich damals so auf meine Gesundheit ausgerichtet war. Da ist eine Menge an Vertrauen gewachsen, mit der wir beide nie gerechnet hätten. Ohne mein inneres Aussöhnen mit all dem Schmerzhaften, was uns auch verbunden hat, wäre das nie möglich gewesen. Ich habe meinen Frieden mit ihm gemacht und dadurch konnten wir beide uns neu begegnen. Ein Riesengeschenk, was nun dazu geführt hat, dass ich ihn kürzlich einfach mit sanfter Wehmut und leiser Trauer gehen lassen konnte. 


Wenn ich heute Menschen durch schwere Zeiten begleite, kann ich viel besser nachempfinden, was sie durchmachen – und ich weiß dank meiner eigenen Erfahrung, wie man seinen Frieden inmitten von Krisen finden kann. Jeden Tag ein bisschen mehr. 


Maggie Peterson



(unveröffentlichtes Manuskript/2021)